Sidi Larbi Cherkaoui und Gilles Delmas stellen 21 Tänzer verschiedener Herkunft die Frage nach dem „zu Hause“. Alle hier versammelten Tänzer wurden im Laufe ihres Lebens mit Migration mit Bewegung und Reise konfrontiert. Sidi Larbi Cherkaoui fragt sie was ein„zu Hause“ sein kann, fragt sie nach ihrem Wunsch sich dieses Zuhause irgendwo inmitten der Gemeinschaft der Menschen zu errichten. Die Künstler werden deshalb bei sich zu hause gefilmt.
Die Struktur, die diese Frage in sich beherbergt/aufnimmt, ist ein Gleichnis: die zon-mai ist ein Haus, jedoch verkehrt herum. Ein Haus ohne Türen noch Fenster auf dessen vier Wände und Dach Filme projiziert werden, die uns in die Intimität seiner „Bewohner“ einführen: wir schauen Menschen, Tänzern im Inneren ihres Hauses zu. Das Publikum sieht sie ohne dabei die zon-mai zu betreten, sondern indem es außen vor bleibt.
Die Künstler-Interpreten tanzen (in Paris und London und in zig anderen europäischen Städten) in ihren Schlafzimmern, ihren Küchen, ihren Badezimmern und ihren Wohnzimmern. Die Filme sehen sich als Aufeinanderfolge von Augenblicken, einfachen Bewegungen, die sich in Tanzfragmente einfügen und geläufige Situationen darstellen. Sie sind in einzelne Sequenzen aufgeteilt und als ebenso viele Fenstern in die Privatsphäre jedes einzelnen Teilnehmers geöffnet.
Das die Installation umrundende Publikum sieht also nicht nur Menschen bei sich zu Hause, sondern ist zugleich Zeuge einer geistigen Verfassung die durch die Vielfalt all dieser Personen die dieses Haus bewohnen, verkörpert wird; denn jeder der von Sidi Larbi Cherkaoui ausgewählten und von Gilles Delmas gefilmten Tänzer trägt Einflüsse und Erlebtes in sich und teilt eine Botschaft durch seinen Körper mit. Die Choreographie von Sidi Larbi Cherkaoui inszeniert diese verschiedenen Visionen der Welt und trägt die Botschaft die er vermitteln will: Durch die Verschiedenheit der choreographischen Schreibweisen menschliche Vielfalt zeigen und die geknüpften Verbindungen, die bestehenden Brücken durchscheinen lassen. Die zon-mai verkörpert ein bestimmtes Nachdenken über die Welt“ (Sidi Larbi Cherkaoui).
Wie ein Nomade wandert die Installation, mit dem Ausgangspunkt „Condition Publique“ in Roubaix wo sie eingeweiht wurde, von Ort zu Ort.
In einer gewissen Weise ist sie Botschafterin der Cité nationale de l’histoire de l’immigration (Auftraggeber des Werks).
Roubaix © Awatef Chengal
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