„Als ich das Palais de la Porte Dorée besucht habe und die Fresken im Festsaal sah, kam mir bald die Idee eines Hauses auf welches Filme projiziert werden. Rasch wollte ich Bilder vom Innenraum außerhalb projizieren und die Dinge im Bezug auf den Film selbst umkippen in dem die Tänzer bei sich zuhause gefilmt werden.
Das „Haus“ evoziert die Idee, dass Migration die Schaffung eines Raums der uns eigen ist beinhaltet. Die zon-mai erschafft diese physische Zone und integriert sich in die Cité national de l’histoire de l’immigration, nicht jedoch in endgültiger Form. Sie sind durch ihre Entwicklungsgeschichte miteinander verbunden, durch ihren Inhalt, aber die Installation führt ihr Eigenleben. Die Tatsache, dass sie wandert, nähert sie noch ein wenig mehr diesem Inhalt an, der Migration“.
„Die zon-mai setzt sich aus 21 Filmen zusammen. Ich habe auf recht sachliche Weise gearbeitet indem ich der Interpretation der Tänzer freien Lauf gelassen habe, die die Tänzer bei sich oder in einem privaten Raum entwickelt haben. Ich habe dabei versucht eine besondere Beziehung zu ihnen herzustellen damit sie sich wohl fühlen und schon sehr bald hat sich eine Vertrauensbasis entwickelt (einige von ihnen habe ich bereits gekannt, aber nicht alle), die es zugelassen hat recht intensive Szenen zu filmen. Ich habe ohne Kameramann gearbeitet und alles selbst gefilmt um die Bildaufnahmen nicht zu erschweren“.
„Der Schnitt wurde mit Marc Boyer verwirklicht. Wir haben mit sukzessiver Verfeinerung gearbeitet und dabei unglaublich viel rausgeschnitten um nur das Wesentliche zu behalten.
Der Endschnitt dauert eine Stunde und zwanzig Minuten, aber da die Filme in Dauerschleife ausgestrahlt werden, verschwindet der Zeitbegriff (der Zuschauer kann den Film zu jedem beliebigen Zeitpunkt aufnehmen). Im Grunde genommen wäre es auch für ein Thema das so unvorhersehbar ist wie das von unsere, nicht geeignet gewesen die Filme in linearer Form zu projizieren.
Innerhalb dieser Ausstrahlung in Dauerschleife haben wir eine „Ordnung“ gesucht. Dafür haben wir nach Verbindungen zwischen den verschiedenen Filmen geforscht. Diese Arbeit hat es ermöglicht einen Zusammenhang erkennen zu lassen, der der Verteilung der Filme auf die verschiedenen Fassaden der zon-mai einen Leitfaden gab. Das ergibt eine Art Mischung aus Ordnung und Chaos wodurch Immigration recht gut symbolisiert wird.“
Gilles Delmas
Technische Beschreibung der Zon-mai.
octobre 2006 // PARIS